Es gibt Eigenschaften, Talente, Einstellungen und Verhalten, die können wir andere nicht lehren, denn die können wir ausschließlich selber lernen. Eine davon ist die Kunst, alleine sein können.

Osho sagt, die Fähigkeit alleine zu sein entspricht der Fähigkeit, zu lieben. Er sagt weiterhin, nur jene, die alleine sein können, können lieben, können teilen, können zum tiefsten Kern einer Person durchdringen, ohne sie zu besitzen, ohne abhängig von ihr oder süchtig nach ihr zu werden. Sie erlauben anderen die volle Freiheit, denn sie wissen, wenn sie verlassen werden, sind sie genauso glücklich wie vorher. Ihre Freude kann nicht genommen werden, weil sie nicht von anderen stammt – sie kommt aus ihnen selber heraus und wird als innere Fülle erlebt. Ein wünschenswerter Zustand, der unsere Arbeits- und Lebenswelten besser machen würde, weil das Miteinander im Modus „Erfüllung“ o.ä. ist.

Doch finden sich an entscheidenden Stellen in der Wirtschaft überproportional viele Führungskräfte und Entscheider, die der „dunklen Triade“ angehören.

Der Begriff steht für eine Kombination von Persönlichkeitsmerkmalen wie zum Beispiel Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. In meinem Buch „Wir brauchen andere Trainings“ spreche ich darüber was das genau für die Trainings der Gegenwart und Zukunft bedeutet.

Denn wenn es in den Spitzenpositionen vorrangig um Geld, Ansehen und Einfluss geht und das Privatleben kaum noch relevant ist, dann zieht das die >>raffgierigsten, rücksichtslosesten und niederträchtigsten Charaktere in diese Positionen. (…) Psychopathen werden davon magnetisch angezogen und tummeln sich überproportional in Chefetagen und allerhöchsten Ämtern.<< Zitat von Karen Duve – Warum die Sache schiefgeht.

Führungskräftetrainings und -Coachings sind also ein wertvolles und sinnvolles Mittel, um Unternehmenskulturen zu wandeln. Ich sage hier nicht Neues, wenn ich vorschlage bei folgendem Satz einer Führungskraft „Machen Sie mal was mit dem Team, dass das wieder besser funktioniert, Frau Messer“ erst einmal Führungskräftearbeit vorzuschlagen.

Wer mit sich alleine sein kann, löst Konflikte einfacher in sich, weil die innere Reife und Weitsicht wächst, das lässt andere Menschen wachsen. Beste Voraussetzungen für Manager und Unternehmerinnen. Auch manch einem Politiker oder Politikerin würde eine Auszeit mit sich selber guttun, denn wir können uns dann besonders gut in Demut üben.

Für mich als Horizonautin ist die Zeit mir selber ein Gewinn, ich genieße sie mit zunehmenden Alter immer mehr.

Gerade liegen mehr als 3 volle Wochen Alleine-Zeit hinter mir – ein Geschenk in dem meine Anerkennung und Liebe  für andere Menschen noch einmal mehr gewachsen ist. Meine Kreativität und Schaffenskraft haben weiteren Zuwachs erlangt.

Aus meiner Erfahrung braucht es Mut, für Menschen mit hoher Verantwortung, sich diese Alleine-Zeiten zu nehmen und sie mit sich selber zu füllen